Spenden-Empfängerinnen 2020

Diese drei Berichte von den Empfängerinnen unserer Spendenuhrgelder aus 2020 geben einen kurzen Einblick in die Arbeit, der von uns unterstützten Einrichtungen:

Bericht von GIAMBO

Jeder Mensch hat das Recht, am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Doch selbst in Zeiten von Inklusion und Gleichberechtigung ist das Reisen für Menschen mit Behinderungen mit verschiedenen Hürden verbunden, die nicht zuletzt finanzieller Natur sind. Viele können schon ihre alltägliche Pflege nur schwer finanzieren – der Mehraufwand für spezielle Reiseassistenz, Pflegebedarf, Hilfsmittel und barrierefreie Unterkunft macht es ihnen vollends unmöglich, Reisen zu unternehmen und damit ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Wir von Rollstuhl-Erlebnisreisen GIAMBO gUG haben dieses Problem erkannt und bieten kostenfreie Reisen für Menschen mit Assistenzbedarf. Entweder als Tagesausflug in Norddeutschland für Menschen, die in der Region Hamburg wohnen oder als 4-Tagesreisen für diejenigen, die eine weitere Anfahrt haben. Wir gehen dabei gerne auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse ein. Die Betreuung wird durchgeführt von examinierten Pflegekräften.

Gerade nach der sozialen Isolation von Covid 19, ist es umso wichtiger unseren Teilnehmer*innen ein positives Erlebnis zu ermöglichen und eine richtig gute Zeit mit ihnen zu verbringen. Wir bedanken uns herzlich bei der Marathonabteilung des FC St. Pauli für die großzügige Spende.

Bericht von KOOFRA

Die Koordinierungsstelle gegen Frauenhandel e.V. unterstützt seit 1999 Betroffene von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und seit 2014 auch Betroffene von Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung. Unser Auftrag ist die qualifizierte Unterstützung, Beratung und Begleitung von erwachsenen Frauen, die (potenziell) von Menschenhandel, Zwangsprostitution oder Zwangsarbeit betroffen sind. Konkret beinhaltet das zum Beispiel die kostenlose und bei Bedarf anonyme (psychosoziale) Beratung zumeist in der Erstsprache der Betroffenen, die Vermittlung in anwaltliche Erstberatung, zu medizinischer/psychotherapeutischer Behandlung, kontinuierliche beratende Begleitung zu Behörden und Ämtern, Unterstützung bei der Geltendmachung des ausstehenden Lohns durch Weiterleitung an geeignete Beratungsstelle/Anwältinnen, Vermittlung von sicherer Unterkunft, Begleitung im Strafverfahren in Zusammenarbeit mit der Zeug*innenbetreuung des Landgerichts.

Auch unsere Arbeit war im letzten Jahr durch die Pandemie bestimmt – dennoch haben wir durchgängig unsere Klientinnen unterstützt: telefonisch, digital oder mit Maske und Abstand. Wir unterstützen zwischen 50 und 80 Menschen im Jahr, für die wir Spenden vielfältig einsetzen können. Neben der Auszahlung einer Nothilfe kann das die Unterstützung mit Hygieneartikeln und Medikamenten sein oder die Kostenübernahme für Sport- und Integrationskurse.

Über Euren läuferischen Einsatz und Eure finanzielle Überstützung freuen wir uns sehr und bedanken uns nochmal herzlich.

Bericht von GWA St.Pauli

Mitternachtssport 2020

Die meisten teilnehmenden Jugendlichen lebten in St. Pauli und Altona Altstadt. Das Angebot Mitternachtssport bot den Jugendlichen eine optimale Möglichkeit, um in den von ihnen mitbestimmten Rahmenbedingungen und Regeln, ohne Erfolgsdruck und Benotung, Spaß zu haben und persönlichen Gesprächen zu kommen. In denen nicht nur über Leistungen, schlechte Noten, Probleme und Konflikte gesprochen wird, sondern auch über Dinge, die sie gut können (Fußball-, Tischtennis- oder Basketballspielen, z.B.) und alltäglichen Erlebnisse und Erfahrungen, über die sich gerne sprechen und mit denen sie sich gut auskennen.

Aufgrund der Corona-Maßnahmen und entsprechenden politischen Vorgaben durften wir in den Monaten März, Mai, Juni, Juli, August, November und Dezember 2020 die Turnhalle nicht betreten.

Ende August haben wir (nach langer Überzeugungsarbeit im Bezirk Altona und bei der Sozialbehörde) als einziger Träger in Hamburg, mit dem Angebot in Begleitung strenger Schutzmaßnahmen wieder angefangen.

Anfang November, nach der Infizierung von 2 Jugendlichen und 2 Mitarbeiter (alle waren nachweislich nicht während des Angebots infiziert worden) mussten wir wieder pausieren, da die Konsequenzen der infizierten Jugendlichen und Kollegen für die Familien und den Träger sehr umfangreich waren. Seitdem hatten wir nicht die Möglichkeit, mit dem Angebot wieder anzufangen.

Wir blieben mit den Jugendlichen weiterhin im Kontakt und sowohl das Betreuerteam als auch die Jugendlichen warten ungeduldig darauf, endlich wieder in die Turnhalle eintreten und wieder Sport treiben zu dürfen.

Mitternachtssport war für die Jugendlichen eine Alternative zu den kommerziellen Konsum-angeboten, wie Discos, Restaurants, Kinos, Konzerte u.a. Immer an Freitagabenden, wo sie gerade zum Beginn des Wochenendes häufiger mit ihren Eltern u.a. in Konflikt kommen, da sie die kommerziellen Konsumangebote sich nicht immer leisten konnten.

Die Zielgruppenerreichung

Die Zielgruppe der Angebote waren Jugendliche und Jungerwachsene zwischen 16 und 27 Jahren. Das Angebot fand im Jahr 2020 in 14 Wochen statt. Insgesamt haben ca. 300 Jugendliche und Jungerwachsene an dem wöchentlichen Angebot Mitternachtssport teilgenommen. Mitternachtssport fand freitags zwischen 21.30-01.00 Uhr statt. In den Schulfreien fand das Angebot nicht statt. Über 70% der Teilnehmer gehörten zu den Stammnutzern und lebten im Sozialraum. Ca. 90 % der Teilnehmer hatten einen Migrationshintergrund.

Durchführung

Am Jahresanfang hatten wir die Jugendlichen nach ihren Ideen und Wünschen befragt und das Ergebnis ist dann später in die Planung des Angebots eingeflossen:

  • Verkürzung der Spielzeit von 10 auf 8 Minuten, damit die Teams (á 7 Spieler) schneller
  • drankommen konnten (das Gewinner-Team blieb auf dem Feld (3-Feld-Turnhalle), das Team, das verloren hat, hat das Spielfeld dem nächsten Team überlassen).
  • Für Tischtennis- und Basketballspieler wurden extra Spielplätze reserviert.
  • Die spielenden Teams übernahmen die Aufgaben des Schiedsrichters, die Betreuer
  • griffen nur in Ausnahmesituationen ins Spiel ein.
  • Die Betreuer stellten eine Musikanlage zur Verfügung und die Jugendliche konnten
  • ihre eigene Musik auszusuchen.
  • Die Wertsachen der Jugendliche (Geldbörse, Handy, Uhren etc.) wurden von den
  • Betreuern gesichert aufbewahrt.
  • Zum Aufwärmen stellten die Betreuer Springseile, Frisbees, American Football etc. zur
  • Verfügung.

Ziele unseres Ferienprogramms

  • Sport und Bewegung ermöglichen,
  • Spiel, Spaß und Erholung,
  • Für die Jugendlichen kostenlose Treff- und Kommunikationsmöglichkeiten schaffen,
  • Verstärkung gegenseitiger Akzeptanz und Förderung der sozialen Kompetenzen durch gemeinsame Gruppenerfahrungen

Zielerreichung

  • Fast alle Teilnehmer waren männlich
  • Ca. 90% der Teilnehmer waren Jugendliche mit Migrationshintergrund
  • Das Angebot wurde in Beteiligung der teilnehmenden Jugendlichen gestaltet. Sie haben die Sportarten, Spielformen und Regeln mitbestimmt.
  • 3 Trainer und der pädagogische Leiter begleiteten die Veranstaltungen, bereiteten die Spielpläne vor und moderierten die Spiele.
  • Der Eintritt war frei, Fußbälle, Basketbälle, Tischtennisplatten- und Schläge u.a. standen bereit für die Spieler kostenlos zur Verfügung
  • In der Halle dominierte während der Spiele eine entspannte Atmosphäre, wurde kein Alkohol getrunken, nicht geraucht und gedealt. Die Jugendlichen haben sich schon mit dem Angebot identifiziert, mutmaßlichen Sachbeschädigungen kamen nicht vor.
  • Es gab keinen Erfolgsdruck, Verpflichtungen und Voraussetzungen für die Teilnahme außer hallengerechten Turnschuhen.
  • Die Teams waren altersübergreifend, wechselnd, interkulturell und meistens einander bekannt.
  • Die Jugendlichen haben gerne ihr Können demonstriert. Da die Trainer auch in Fußballvereinen tätig sind, gab es für die begabten, motivierten Jugendlichen die Möglichkeit, aktiv in den Fußballvereinen mitzuspielen.
  • Ca. 300 Jugendliche haben insgesamt in 14 Veranstaltungen an dem Angebot teilgenommen
  • Das Angebot war für viele Jugendliche zu einem wöchentlichen Treffpunkt geworden. Viele tauschten ihre Erlebnisse über ihre Spiele in ihren Vereinen oder Bundesliga etc. aus, während sie in der Halle auf das Ende des laufenden Spiels warteten.
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