28.10.2019 (as) Auswärtsfahrt am Heimspieltag

Völlig unbemerkt von der Abteilungsöffentlichkeit haben vier unersättliche Bergziegen das letzte Heimspiel genutzt um sich vom Acker zu machen und sich ihrer heimlichen Leidenschaft hinzugeben. Einen Bericht von Alexander gibt es hier.

11.10.2019 (mb) Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Auch in diesem Jahr konnte die Marathonabteilung des FC St. Pauli eine überwältigende Spende an das Hamburger Bündnis gegen Rechts übergeben. Vielen Dank an die vielen Läufer*innen, die in diesem wieder am Lauf gegen Rechts teilnahmen, um sportlich gegen rechte Hetze, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie zu demonstrieren.

Gerade der antisemitische und rechtsextreme Anschlag in Halle zeigt, dass die Gefahr von rechts jahrelang verharmlost wurde. Der Kampf gegen rechts muss mehr als nur ein Lippenbekenntnis sein und die deutschen Sicherheitsbehörden haben die zunehmende Bewaffnung von Rechtsextremisten offensichtlich unterschätzt. Es ist nun an der Bundesregierung diese Gefahr anzuerkennen und den Kampf gegen rechte Gewalt konsequent und offensiv zu unterstützen.

Mit dem Spendenbetrag der Marathonabteilung wird zu einem großen Teil das Hamburger Bündnis gegen Rechts unterstützt sowie die Initiativen Flüchtlingsrat Hamburg, Lampedusa in Hamburg und die Black Community Hamburg, die sich alle drei gegen Rassismus engagieren.

07.10. (la) Viel Sonne, viel Spaß und viele Kekse! Der 3. Stadtpark-Staffelmarathon fand am 6. Oktober statt – das dritte Mal in Folge bei allerbesten Laufbedingungen.

Moderator Stefan „Marcel Reif“ Sonnenschein munterte die Läufer*innen mit gewohnt lockeren Sprüchen auf.

Zum Start um 10 Uhr knallte die Sonne allerdings derart heftig ins Stadionrund, dass einige Läufer*innen schon ins Schwitzen gerieten, ohne sich bewegt zu haben. Nach lustigen 4,5 Stunden hatte aber das letzte von 46 gestarteten Teams die 10 Runden im Stadtpark und damit 42195 Meter hinter sich gebracht. Einige sollen dabei auch ins Schwitzen geraten sein. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen, es hat riesigen Spaß gemacht und das erste Mal in der Geschichte des Laufsports gab es Medaillen für die drei schnellsten Teams, in die man herzhaft hineinbeißen konnte. Alle Erlöse der Veranstaltung spenden wir dem Verein Kemenate e.V., der wohnungslosen Frauen in Hamburg hilft. Auch dafür großer Dank an alle Teilnehmer*innen. Ein besonderer Dank geht an OpenSports, die nicht nur mit 10 Teams vor Ort waren, sondern deren tolles Buffet den Stadtparkstaffelmarathon auch zu einem kulinarischen Highlight machte. Jans ausführlichen Bericht findet ihr hier, weitere Fotos bei Twitter und die Ergebnisse hier.

20.08. (la) Spendenuhr 2018 – An diese drei gemeinnützigen Einrichtungen haben wir die von uns letztes Jahr erlaufenen Kilometer gespendet: Semra-Ertan-Initiative, St. Pauli-Archiv und Freihaven.

Gedenken an Semra Ertan

Semra Ertan war eine junge türkische Frau, die sich am 24. Mai 1982 in St. Pauli an der Kreuzung Simon-von-Utrecht-/Detlev-Bremer-Straße aus Protest gegen den Rassismus in Deutschland öffentlich verbrannte und zwei Tage später starb.

Vor ihrem Freitod hatte Semra dem NDR und dem ZDF gegenüber ein Statement abgegeben: „Ich möchte, dass Ausländer nicht nur das Recht haben, wie Menschen zu leben, sondern auch das Recht haben, wie Menschen behandelt zu werden. Das ist alles.“

Semra Ertan arbeitete als Dolmetscherin und Bauzeichnerin und sie war Schriftstellerin. Sie verfasste über 350 Gedichte, viele auch über die Erfahrungen von Migrant*innen, die Erniedrigungen und die zunehmenden Feindseligkeiten in Deutschland. Ihr Werk ist aber bisher weitgehend unbekannt.

Die Initiative, die wir mit unserer Spende unterstützt haben, konnte davon unter anderem den Besuch der in München lebenden Schwester und der Nichte Semra Ertans ermöglichen und eine Gedenkveranstaltung durchführen, die am 26. Mai 2019 an dem Ort stattfand, an dem sich Semra Ertan das Leben nahm. Ihre Nichte, die als Künstlerin arbeitet, entwickelt außerdem zurzeit in Zusammenarbeit mit der Initiative ein Kunstprojekt, durch das permanent in St. Pauli an Semra Ertan erinnert werden soll.

Spendenübergabe an freihaven vor dem Haus 5 im ehemaligen Hafenkrankenhaus auf St. Pauli

 

Als Frauke Martin und mir – Alex –  anbot, uns mit den Verantwortlichen zu treffen, denen unsere erlaufenen Spendenuhr-Kilometer zugute kommen, sagten wir sofort ja. Wir saßen mit Dr. Eva Hampel von freihaven e.V., sowie Diplom-Psychologin Julia Fischer-Ortman und unserem Abteilungsmitglied Dr. Michael Brune von haveno e.V. zusammen.

Zunächst erfuhren wir, wann die Vereine gegründet worden waren, nämlich 2002 und 2012, denn nicht erst seit 2015 besteht Bedarf psychotherapeutischer Behandlung geflüchteter, traumatisierter Menschen. Beide Vereine leisten unglaublich wichtige Arbeit. Der Bedarf von Therapieplätzen war und ist hoch. Die Hemmschwelle, eine Therapie zu beginnen, ist im Allgemeinen schon stark ausgeprägt. Umso schwieriger ist es natürlich, wenn zusätzlich eine Sprachbarriere besteht. Dafür ist das Team gewappnet. Es werden Therapien in insgesamt 12 Sprachen angeboten, darunter Farsi und Dari, die die Therapeut*innen fließend beherrschen. Dolmetschergestützt kann auf 15 verschiedene Sprachen zurückgegriffen werden, um Hilfesuchenden Zugang zu psychotherapeutischer Behandlung zu ermöglichen. Wie ich von einem befreundeten Psychologen weiß, sind es oft Partner*innen, Ehepartner*innen oder Freunde, die eine Person darauf hinweisen, manchmal sogar dazu drängen, eine Psychotherapie zu beginnen. Bei den Refugees gibt es innerhalb der Communities Ansprechpartner*innen von Hilfsorganisationen, die Traumatisierten den Weg zu haveno weisen oder Geflüchtete selbst berichten von erfolgreichen Therapien und können so vermitteln.

In der Regel erfahren die Therapeut*innen nicht, wie es nach ihrem Einsatz mit den Menschen weitergeht. Aber von zwei Erfolgsgeschichten nach Therapieende wurde uns berichtet, darunter eine Familienzusammenführung über viele tausende Kilometer, die einem Wunder gleicht.

Insgesamt saßen wir eine gute Stunde zusammen. Und wir freuen uns, dass wir mit unserer Spende einen Beitrag zur Finanzierung dieses wichtigen Projekts leisten können!

Gunhild vom St. Pauli-Archiv und Tim vom Marathon bei der Spendenübergabe in den Archivräumen.

Seit 1987 ist der gemeinnützige Verein St. Pauli-Archiv das Gedächtnis des einzig möglichen Viertels Hamburgs. Als Stadtteilarchiv und Geschichtswerkstatt setzen sich die Mitglieder des Vereins mit der Geschichte und Gegenwart von St. Pauli auseinander. Anhand von Rundgängen, Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen zeigt das Archiv die Vielfältigkeit des Viertels mit seinen spezifischen Eigenarten, Menschen und Perspektiven.

Das St. Pauli-Archiv verfügt über eine umfangreiche Bibliothek sowie über ein großes Foto- und Postkartenarchiv und eine beachtliche Presseausschnittsammlung. Themenschwerpunkte sind neben der allgemeinen Stadtteilgeschichte auch übergreifende Aspekte wie die Geschichte Hamburgs und des Nationalsozialismus, Kolonialgeschichte, Stadtplanung und Gentrifizierung. Die Bestände stehen allen Interessierten offen – der Buchbestand ist teilweise entleihbar.

Das St. Pauli-Archiv freut sich auf deinen, auf unseren Besuch in den Archivräumen in der Paul-Roosen-Str. 30 – Tim war im Frühjahr schon einmal da und überreichte Gunhild vom Archiv unsere Spende. Am besten kurz vorher anrufen.

Aktueller Tipp: Am 20. September veranstaltet das Archiv um 15 Uhr den Rundgang »… und abends in die Flora – Aktuelles und Historisches zwischen Wasserturm, Schlachthof und Flora«.

18.08. (AS) Laufend Gegen Gewalt – 12. Benefizlauf der Autonomen Frauenhäuser Hamburgs

Die Zahlen häuslicher Gewalt sind erschreckend hoch und finden leider wenig Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. 2017 wurden über 138.000 Fälle partnerschaftlicher Gewalt registriert, in mehr als 113.000 davon waren Frauen die Opfer. Der Statistik zufolge versucht jeden Tag ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. In 2017 gab es 141 erfasste Morde an Frauen. Diese Zahlen verdeutlichen anschaulich wie wichtig es ist, dass Frauen und Kinder Zuflucht in Frauenhäusern bekommen können. In den letzten 10 Jahren fanden 7.201 Frauen und 5.414 Kinder Schutz in einem Autonomen Hamburger Frauenhaus.


Um die Arbeit zu unterstützen und um ein Zeichen zu setzen gingen am Sonntag, 18. August, Martin B., Jan S. und ich zum Benefizlauf an den Start. Trotz leichten Regens fanden sich etwa 300 Läufer*innen zum Start am Alster Cliff ein. Musikalisch angefeuert wurden wir von der japanischen Trommelgruppe „Taikoon“ und der Samba Trommelgruppe „Sambahia“. Um 10:30 Uhr ging es los. Etwas ungewohnt für uns in „falscher“ Richtung, nämlich rechts um die Alster. Es ist ein Spendenlauf ohne Sieger*innenehrung, aber Martin und mich packte der Ehrgeiz und wir liefen relativ schnell, nachdem wir uns ein wenig vom breiten Feld abgesetzt hatten. Im Ziel gab es eine kleine Urkunde und für Martin einen selbst gebackenen Brownie. Es hat Spaß gemacht für den guten Zweck zu laufen. Im nächsten Jahr sind wir bestimmt wieder dabei.

PS: Auf dem Foto ist erkennbar, dass eine Person noch keinen Morgenkaffee hatte, hehe.